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Wettbewerbe im Bäckerhandwerk: Warum Bäckerinnen und Bäcker antreten

Bäckermeisterin baut ein Schaustück zusammen.

Warum gibt es Wettbewerbe im Bäckerhandwerk?

Wettbewerbe gibt es, weil sie Handwerkskunst sichtbar und das Können einzelner Betriebe vergleichbar machen. Die Tradition reicht weit zurück. Schon früh maßen sich Handwerkerinnen und Handwerker, um ihr Können zu zeigen und voneinander zu lernen. Auch andere Gewerke kennen solche Vergleiche, etwa Müllerinnen und Müller mit ihrem Wissen über Getreide und Mahlverfahren. Im Laufe der Zeit haben sich diese Vergleiche professionalisiert. Heute treiben sie neue Rezepte, Techniken und Ideen voran und halten das Handwerk lebendig.

Welche Wettbewerbe gibt es im Bäckerhandwerk?

Im Bäckerhandwerk gibt es Wettbewerbe auf mehreren Ebenen – vom Nachwuchs bis zur Weltspitze. Für junge Talente ist die Deutsche Meisterschaft der Bäckerjugend ein wichtiger Einstieg, bei dem die besten Auszubildenden ihres Jahrgangs gekürt werden. Ausgerichtet wird sie vom Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks im Rahmen der Deutschen Meisterschaft im Handwerk, die der Zentralverband des Deutschen Handwerks ausrichtet. Später messen sich die Profis dann im Rahmen der Deutschen Meisterschaft der Bäckermeister/innen. Darüber wiederum gibt es internationale Wettbewerbe. Diesen Weg gingen Lea und Johanna: erst die Deutsche Meisterschaft, dann die Bäcker-Weltmeisterschaft.

Wer darf an Wettbewerben teilnehmen?

Wer teilnehmen darf, hängt vom jeweiligen Wettbewerb ab. Bei der Deutschen Meisterschaft der Bäckerjugend treten Auszubildende mit besonders guten Prüfungsergebnissen an. Ihr Gewinn qualifiziert zur Teilnahme an den internationalen Wettbewerben Euroskills beziehungsweise Worldskills, die im Wechsel alle zwei Jahre ausgetragen werden, sowie zum Antreten in der International Competition for Young Bakers des Weltverbandes für Bäcker und Konditoren UIBC.

Für die Deutsche Meisterschaft der Bäckermeister/innen qualifizieren sich erfahrene Bäckerinnen und Bäcker über Vorentscheide auf Landesebene. Johanna Lenhardt und Lea Wagner lernten sich auf der Meisterschule in Weinheim kennen und entschieden sich gemeinsam für den Wettbewerb. Johanna war zuvor sogar Jahrgangsbeste ihrer Meisterprüfung. Eine Teilnahme ist also kein Zufall, sondern das Ergebnis von Ausbildung, Erfahrung und gezielter Vorbereitung.

Wie läuft ein Wettbewerb ab?

Ein Wettbewerb verlangt von den Teilnehmenden, in wenigen Stunden ein komplettes Sortiment auf höchstem Niveau herzustellen. Es entstehen kunstvolle Brote, Kleingebäcke und feine Backwaren unter den Augen von Jury und Publikum. Denn oft werden die Wettbewerbe öffentlich auf Fachmessen ausgetragen. Ein besonderer Höhepunkt ist das Schaustück, eine Skulptur aus Teig, die einem Kunstwerk gleicht und ein vorgegebenes Thema umsetzt. Johanna und Lea gestalteten ihr Schaustück bei der Deutschen Meisterschaft der Bäckermeister/innen zum Thema „Gemeinschaft“, bei der Weltmeisterschaft lautete das Motto „Kunst“. Hier zählt jedes Detail, die Genauigkeit unterscheidet sich stark vom Alltag in der Backstube. Dabei bewerten Jurys natürlich nicht nur die Optik. Auch die Herstellungsqualität und der Geschmack fließen in die Beurteilung ein.

Was bringt ein Wettbewerb für die persönliche Entwicklung?

Ein Wettbewerb kann eine Karriere spürbar verändern. Erfolge wie der Deutsche Meistertitel bringen Medieninteresse mit sich. Zeitungen, Fernsehen und soziale Netzwerke berichten und erhöhen die Bekanntheit des eigenen Betriebs. Viele Bäckereien erleben danach eine steigende Kundenfrequenz, weil Menschen die ausgezeichnete Handwerkskunst selbst probieren möchten. Hinzu kommen neue Möglichkeiten, etwa die Aufnahme in die Bäckernationalmannschaft. Sie repräsentiert das Handwerk auf nationaler Ebene und vertritt Deutschland bei internationalen Wettbewerben. Die drei Erstplatzierten der Deutschen Meisterschaft der Bäckerjugend erhalten einen Platz in der Jugendnationalmannschaft. Wer später an einem Senioren-Wettbewerb antritt, qualifiziert sich damit für die Nationalmannschaft der Senioren. Zudem winken Einladungen zu weiteren Wettbewerben oder auch die Rolle als Vorbild. Lea und Johanna zeigen zum Beispiel, dass das Bäckerhandwerk ein weibliches Gesicht hat. Genau diese Botschaft ist ihnen wichtig. Denn während “der Bäcker“ in der Vorstellung der meisten Menschen ein Mann ist, übernehmen immer mehr Frauen Verantwortung in den Betrieben des Handwerks. Das machen die beiden sichtbar.

Tradition und Zukunft

Wettbewerbe im Bäckerhandwerk verbinden Tradition und Zukunft. Sie geben dem Handwerk eine Bühne und machen sichtbar, wie viel Wissen, Kreativität und Leidenschaft in jedem Handgriff stecken. Die Geschichte von Johanna Lenhardt und Lea Wagner zeigt, dass dahinter echte Menschen mit Begeisterung für ihren Beruf stehen. Wer das nächste Mal vor der Brottheke steht, erkennt vielleicht etwas besser, welches Können in einer guten Backware steckt.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Was ist der wichtigste Wettbewerb im deutschen Bäckerhandwerk?

Auf nationaler Ebene gelten die Deutsche Meisterschaft der Bäckerjugend sowie die Deutsche Meisterschaft der Bäckermeister/innen als bedeutendste Wettbewerbe. Sie werden vom Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks ausgerichtet.

Wer kann an einer Bäcker-Meisterschaft teilnehmen?

Für die Deutsche Meisterschaft der Bäckermeister/innen qualifizieren sich erfahrene Bäckerinnen und Bäcker über Landeswettbewerbe. Die besten Auszubildenden eines Jahrgangs werden zu Wettbewerben ihrer Handwerkskammern eingeladen. Der Sieg führt weiter zu Landesmeisterschaften. Am Ende steht die Deutsche Meisterschaft der Bäckerjugend.

Was ist ein Schaustück?

Ein Schaustück ist eine kunstvolle Teigskulptur, die zu einem vorgegebenen Thema gestaltet wird. Es zählt zu den anspruchsvollsten Aufgaben eines Wettbewerbs, weil es höchste Präzision und Kreativität verlangt.

Wer sind Johanna Lenhardt und Lea Wagner?

Die beiden Bäckermeisterinnen aus Unterfranken gewannen 2023 Deutsche Meisterschaft der Bäckermeister/innen und sicherten sich 2025 den Vize-Weltmeistertitel. Sie stehen für die wachsende Präsenz und Sichtbarkeit von Frauen im Handwerk.

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