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Getreide: Warum ist es so vielfältig?

Welche Getreidearten sind in Deutschland wichtig?

In Deutschland wachsen viele Getreidearten, die jeweils ihre besonderen Eigenschaften haben. Weizen ist das wichtigste Brotgetreide und besonders vielseitig. Roggen verleiht Broten ein kräftiges Aroma und ist typisch für viele deutsche Klassiker. Dinkel ist der „Urvater“ des Weizens und bekannt für seinen nussigen Geschmack. Hafer steckt vor allem in Flocken, Müslis und Keksen. Gerste ist nicht nur fürs Bierbrauen bekannt, sondern auch für Vollkornprodukte und Suppen. Hirse und Buchweizen erleben gerade eine Renaissance, weil sie lecker, glutenfrei und mineralstoffreich sind. In kleineren Mengen finden sich auch Getreide auf den Feldern, die mal in Vergessenheit gerieten, wie Emmer. Einkorn oder Gelbweizen. So wächst auf deutschen Feldern eine große Bandbreite an Rohstoffen, die Bäckereien kreativ einsetzen können.

Welche Vorurteile gibt es rund ums Getreide?

Kaum ein Lebensmittel ist so verbreitet und zugleich so umstritten wie Getreide. Einige Vorurteile halten sich hartnäckig:

„Weizen macht dumm“ – Diese Behauptung ist wissenschaftlich nicht haltbar. Das Gegenteil ist der Fall: Weizen liefert wertvolle Energie für das Gehirn.

„Dinkel ist glutenfrei“ – Das stimmt nicht. Dinkel enthält in der Regel sogar mehr Gluten als Weizen, wenn auch in einer etwas anderen Zusammensetzung.

„Getreide ist nur Kohlenhydrate“ – Neben Stärke liefert Getreide auch wichtige Nährstoffe wie Eiweiß, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralien.

Ein differenzierter Blick zeigt: Getreide ist ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Zusammen mit Gemüse, Kartoffeln und Obst bilden Lebensmittel aus Getreide die ideale Basis.

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Wie fördern Bäckereien die Artenvielfalt?

Umso besser, wenn viele verschiedene Sorten angebaut werden. Das Bäckerhandwerk hat einen direkten Einfluss darauf, was auf den Feldern wächst. Viele Betriebe arbeiten mit regionalen Mühlen und Landwirten zusammen. Wenn Bäckereien alte oder seltene Getreidesorten nachfragen, werden diese auch wieder angebaut. So tragen sie dazu bei, die Artenvielfalt zu erhalten und Monokulturen entgegenzuwirken.
In der Backstube sorgt das für Vielfalt, interessante Brote und Brötchen mit hervorragenden Aromen. Jede Brotsorte in der Auslage ist also nicht nur ein Genussprodukt, sondern auch ein Stück gelebte Landwirtschaft.

Welche Gebäcke entstehen aus verschiedenen Getreiden?

Jedes Getreide bringt eigene Eigenschaften mit sich, die Bäcker gezielt einsetzen:

  • Weizen sorgt für luftige Brötchen und Baguettes.
  • Roggen macht kräftige Brote mit langer Haltbarkeit.
  • Dinkel bringt eine nussige Note in Brote, Brötchen und Feingebäck.
  • Hafer eignet sich für Kekse, Müslis und Brote mit kernigem Biss.
  • Gerste taucht in Spezialbroten oder rustikalen Gebäcken auf.
  • Hirse und Buchweizen ergänzen das Sortiment um aromatische glutenfreie Sorten.

So spiegelt die Vielfalt der Backwaren auch die Vielfalt der Getreidearten wider.

Warum ist Getreide mehr als nur ein Rohstoff?

Getreide ist die Basis für viele Lebensmittel. Seine Vielfalt ermöglicht den Bäckereien erst, so viele unterschiedliche Gebäcke in bester Qualität herzustellen. Allein mehr als 3.000 Brotrezepte sind beim Deutschen Brotinstitut registriert. Diese Menge an Variationen ist einmalig in der Welt. Das hat die Unesco veranlasst, die deutsche Brotvielfalt als immaterielles Kulturerbe in das bundesweite Verzeichnis aufzunehmen. Bäckerinnen und Bäcker bewahren dieses Wissen und entwickeln es zugleich weiter, indem sie neue Kombinationen ausprobieren und wieder auf alte Getreidesorten zurückgreifen. So ist Getreide mehr als nur ein Rohstoff; es ist Teil einer einzigartigen Kultur.

Warum lohnt sich Vielfalt beim Getreide?

Getreide ist eine wichtige Grundlage unserer Ernährung und ein Symbol für Kultur und Handwerk. Die Vielfalt der Sorten sorgt nicht nur für Abwechslung auf dem Teller, sondern auch für mehr Biodiversität auf den Feldern. Mit jedem Bissen Brot unterstützen Verbraucherinnen und Verbraucher daher echtes Handwerk sowie die Arbeit von Landwirten und Bäckereien, die diese Vielfalt lebendig halten.

FAQ

Nicht unbedingt. Beide liefern wertvolle Nährstoffe. Unterschiede liegen vor allem im Geschmack und in der Verträglichkeit.

Hirse, Buchweizen, Mais und Reis sind glutenfrei. Hafer nur, wenn er entsprechend gekennzeichnet ist. Dinkel, Weizen, Gerste, Einkorn, Emmer und Roggen enthalten Gluten.

Roggen wächst besonders gut im kühleren Klima und wurde deshalb traditionell hier angebaut.

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