Berliner, Kreppel, Krapfen: ein Gebäck, viele Namen
Kaum ein Gebäck sorgt für so viele Diskussionen wie dieses runde Fettgebäck mit Füllung. Im Osten und in Berlin heißt es Pfannkuchen, im Nordwesten sagt man Berliner, in Hessen Kreppel, in Bayern und Österreich Krapfen. Gemeint ist immer dasselbe – und doch wird der Name leidenschaftlich verteidigt. Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck regionaler Identität. Sprache, Esskultur und Handwerk sind eng miteinander verwoben, und genau das zeigt sich bei diesem Gebäck besonders deutlich.

Regionale Namen sind Ausdruck von Geschichte
Die unterschiedlichen Bezeichnungen sind historisch gewachsen. Lange bevor es standardisierte Rezepte oder überregionale Lieferketten gab, wurde Fettgebäck lokal hergestellt, verkauft und benannt. Dialekte, Mundarten und regionale Traditionen prägten die Begriffe. Was manchmal wie ein Namenswirrwarr wirkt, ist in Wahrheit ein lebendiges Zeugnis regionaler Backgeschichte, die bis heute fortlebt.

Warum das Handwerk regionale Begriffe bewusst bewahrt
Die Entstehung des Berliners ist nicht eindeutig geklärt. Gleich mehrere amüsante Theorien ranken sich um seine Herkunft. Eine Legende erzählt, dass ein Bäcker vor gut 300 Jahren zur Zeit Friedrichs des Großen runde Kanonenkugeln in Fett ausbuk und so den Pfannkuchen schuf.
Vielfalt statt Einheitsname
Dass es keinen einheitlichen Namen gibt, ist also kein Mangel, sondern ein Gewinn. Die Vielfalt der Bezeichnungen spiegelt die Vielfalt der Regionen wider – ähnlich wie bei Brotsorten, Rezepturen oder Backtraditionen. Einheitlichkeit würde dieser Kultur nicht gerecht. Berliner, Pfannkuchen, Kreppel und Krapfen nebeneinander stehen zu lassen, bedeutet, diese Vielfalt bewusst zu bewahren.
Fettgebäck kennt keine Grenzen
Was hierzulande Berliner, Pfannkuchen, Kreppel oder Krapfen heißt, gibt es weltweit in ähnlicher Form. In Österreich ist es der Krapfen, in Polen der Pączek, in Italien der Bombolone, in Israel die Sufganiyah. Überall verbindet Fettgebäck Handwerk, Tradition und Festkultur. Die unterschiedlichen Namen und Varianten zeigen, wie stark Essen Menschen verbindet – über Regionen und Ländergrenzen hinweg.

Warum diese Begriffe bis heute relevant sind
Auch in einer mobilen und vernetzten Gesellschaft behalten regionale Bezeichnungen ihre Bedeutung. Sie stiften Identität, wecken Erinnerungen und verbinden Generationen. Wer beim Bäcker bestellt, bestellt nicht nur ein Gebäck, sondern ein Stück Heimat. Genau darin liegt die Stärke des Handwerks – und der Grund, warum Berliner, Pfannkuchen, Kreppel und Krapfen mehr sind als nur süße Backwaren.
FAQ
Alle. Der richtige Name ist der, der in der jeweiligen Region verwendet wird.
Weil Fettgebäck regional entstanden ist und sich Sprache und Handwerk gemeinsam entwickelt haben.
Ja. Ähnliche Fettgebäcke gibt es weltweit – jeweils mit eigener Tradition und Bezeichnung.

Du willst noch mehr über handwerkliche Herstellung und die Mythen rund ums Fettgebäck erfahren?
